Während die Lokalpresse uns entweder ignoriert oder nur blanken Unsinn über uns schreibt, interessiert sich die Weltpresse auch nach der Wahl noch für die AfD. Gestern erschien in der New York Times eine Kolumne über mich. Anders als viele deutschen Medien hat der amerikanische Journalist Roger Cohen nichts in meine Aussagen hineinfantasiert, nichts Gravierendes fehlinterpretiert und sich auch mit Wertungen weitgehend zurückgehalten.

Cohen kam mit der Überzeugung zum Interview nach Brandenburg an der Havel, die AfD sei eine „Trump-Partei“, und er ging auch wieder mit dieser Überzeugung. Auf seine Frage, was ich von Trump halte, konnte ich nur antworten: „Ich habe keine Informationen. Die deutsche Presse berichtet ausschließlich über Peinlichkeiten und Fehlleistungen und stellt den US-Präsidenten als Trottel dar. Auf dieser Basis kann ich mir kein Urteil erlauben.“ Ob ich glaube, daß die deutsche Presse falsch berichtet? Nun, ich weiß nur, wie sie über die AfD berichtet. Und daran ist leider vieles schlicht unwahr. Ich würde das nicht behaupten, wenn ich es nicht inzwischen mehrfach selbst erlebt hätte.

Nicht ganz teile ich die Auffassung Cohens, daß hinter unserem Wahlkampfslogan „Hol dir dein Land zurück“, Trumps „America first“ oder dem Brexit jeweils der Wunsch nach mehr Souveränität steht. Die ist ja weder in England noch in den USA und auch nicht – wie ich im Interview klargestellt habe – in Deutschland in Frage gestellt. Vielmehr war unser Slogan eine Antwort auf die linksgrüne Vorfreude: „Unser Land wird sich ändern, und zwar drastisch. Und ich freue mich darauf.“ (Katrin Göring-E., Grüne)

Wir eben nicht! Wir möchten, daß unser Land so bleibt wie es ist bzw. bis vor kurzem noch war oder, um es mit den Anti-AfD-Hetzplakaten der linken Jugendorganisationen zu sagen: „Bunt statt Grauland“! Bunt und weltoffen, tolerant und großzügig, hilfsbereit und verantwortungsbewußt, demokratisch und frei, das kann Deutschland nur bleiben, wenn es nicht weiter unter islamischen Einfluß gerät. Burkas sind nun mal nicht bunt, und sie stehen ganz sicher für alles andere als Freiheit, Offenheit und Toleranz. Ja, ich halte die Islamisierung für die größte Bedrohung Europas seit der Hochphase des Kalten Krieges. Und sie wird dadurch noch vergrößert, daß der Mainstream einfach leugnet, daß es eine Islamisierung überhaupt gibt.

Einem Journalisten mit jüdischem Namen hatte ich natürlich auch viel über unser Verhältnis zu den Juden und Israel zu sagen. Unter anderem, daß ich mich persönlich beleidigt fühle, wenn jüdische Einrichtungen vor der AfD warnen, als wäre unsere Opposition gegen den Islam gleichzusetzen mit einer Fremdenfeindlichkeit, die sich schon morgen auch gegen Juden richten könnte. Als wäre das dasselbe, und als wären Juden Fremde in Deutschland. Das kommt hier alles zu kurz. Überhaupt war das Interview natürlich viel länger als diese Kolumne sich liest. Der letzte Satz wirkt, als wäre es Cohen erst ganz zum Schluß eingefallen und müsse das noch hinzufügen: daß ich natürlich kein Antisemit bin. 🙂 Nein, ganz gewiß nicht. In meinem AfD-Kreisverband glaubt man sogar eher das Gegenteil …

zum Artikel in der New York Times

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