Auf Abgeordnetenwatch.de wurde mir (unter Hinweis auf div. Pressemeldungen) die Frage gestellt, ob ich mich von Gaulands Aussage zum Stolz auf deutsche Soldaten distanzieren und seinen Parteiausschluß fordern würde. Meine Antwort wird man wohl erst morgen dort finden:

Sehr geehrter Herr Langenstück,

1. Nein
2. Nein

Die von Ihnen herangezogenen Quellen sind zur Beurteilung von Gaulands Aussagen völlig ungeeignet, da sie Ihnen bereits eine fertige Bewertung liefern und Sie somit daran hindern, sich Ihr eigenes Urteil zu bilden. Dasselbe gilt für Ihre weiterführenden Links. Die vollständige Rede können Sie hier nachhören: https://www.youtube.com/embed/Te66uN9gssY

Gauland widerlegt darin eindruckvoll die abwegigen Äußerungen einer gewissen türkischstämmigen Bundesministerin, die Millionen Menschen dadurch beleidigt, daß sie ihnen ihre deutsche Kultur abspricht. Gauland verwies auf zahlreiche Epochen und Persönlichkeiten unserer Geschichte, auf die wir mit Recht stolz sind. Auch ich selbst habe bei entsprechenden Anlässen ebenfalls die Leistungen und Impulse von weltweiter Bedeutung hervorgehoben, die von unserem Land ausgegangen sind. Angefangen bei Johann Gutenberg, über Martin Luther, Johann-Sebastian Bach, Robert Koch, Otto Lilienthal, Werner von Siemens, Conrad Röntgen, Carl Benz, Rudolf Diesel, Otto von Bismarck, Albert Einstein u.v.a.m., bis hin zum Deutschen Institut für Normung, das die bis heute weltweit eingehaltenen DIN-Normen festlegt. Auch die heutige, sog. „Europa-Hymne“ – Beethovens Ode an die Freude – wurde übrigens von einem Deutschen komponiert.

Natürlich gibt es auch Teile der deutschen Geschichte, auf die wir nicht stolz sind. Auf Karl Marx zB. bin ich nicht stolz, obwohl auch er die Welt verändert hat, aber nicht zum Guten. Ebenso würden mir persönlich die Leistungen deutscher Soldaten in den beiden Weltkriegen als Allerletztes einfallen, obwohl darunter auch mein Großvater und 2 Brüder meines Vaters gewesen sind. Gauland stellt seine Aussage aber in den Zusammenhang mit Franzosen und Briten, die auch auf Persönlichkeiten aus einer Zeit stolz sind, als Krieg noch ein selbstverständliches Mittel der Politik war. Napoleon hat ganz Europa in den Krieg gestürzt; aus heutiger Sicht wäre er ein Verbrecher. Da er aber vor 200 Jahren lebte, wird er bis heute von den Franzosen verehrt und gehört untrennbar zur Identität der Grande Nation. Was Franzosen dürfen, dürfen auch wir! Gauland verweist außerdem auf Graf v. Stauffenberg und Helmut Schmidt, dessen Foto in Wehrmachtsuniform kürzlich in der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg abgehängt (und später wohl wieder aufgehängt) wurde. Und er konstatiert völlig zu recht, daß sich kaum ein anderes Volk so kritisch mit seiner Vergangenheit auseinandergesetzt hat wie das deutsche. Auch darauf, daß sich nach der finstersten Epoche unserer Geschichte eine stabile Demokratie, ein freies Land, ein verläßlicher Partner des Westens und Israels, ein in der ganzen Welt hoch angesehener Staat und respektierter Vermittler in zahlreichen Krisen entwickelt hat, auch darauf sind wir stolz.

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